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Illuminine - #4 (2023)

16/10/2023

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Anmutige Fortsetzung der Reihe.
Auch wenn die Zeiten gerade sehr chaotisch sind, so bringen viele Komponisten mit ihrer Musik ein wenig Farbe in den Alltag der Menschen. So entstehen Rückzugspunkte, um zu reflektieren oder Kraft und Hoffnung zu schöpfen. Seit einigen Jahren begleitet der belgische Musiker Kevin Imbrechts alias Illuminine das Musikmagazin mit seinen anmutigen und melancholischen Stücken. Diese Woche erscheint sein neues Album, welches schlicht mit „#4“ betitelt ist und der Nachfolger der Reihe ist, welche schon fünf Jahre zurückliegt. Musikliebhaber, die gerne ihre Gedanken bei Klängen auf eine weite Reise schicken, werden mit dem aktuellen Werk viel erleben.


In den letzten Jahren kämpfte Kevin vermehrt mit gesundheitlichen Problemen, er war körperlich und mental oftmals sehr erschöpft. Aus dieser intensiven Zeit entstand ein neues Album: #4", ein radikaler Neuanfang nach der Trilogie von Alben, die Illuminine in den letzten Jahren in Island aufgenommen hat. 2018 tauchte das Projekt zum ersten Mal mit dem Album „#3“ hier auf dieser Seite auf und hat sofort beeindruckt. Klanglandschaften mit fragiler Tragweite luden zu einem cineastischen Hörvergnügen ein. Doch auch rein in der Neoklassik verankerte Werk „Dear Piano“ aus dem Jahre 2020 hat das exorbitante Musikverständnis von Kevin durchschimmern lassen. Zitat aus der Review: „Manche Stücke sind wie eine Träne, die vor Rührung zu Boden rinnt. Andere, wie der Falter, der unbekümmert in der Mittagsluft über die Wiesen flattert. Bitter und Süß, Licht und Schatten, Trauer und Euphorie.“

Ein Bild voller Sehnsucht und Romantik


Auch wenn das aktuelle Werk in bekannten Gewässern des Genres im Ambient schippert, so stellen sich bei den ersten Klängen eine warme und herzliche Aura ein. Viele Texturen im elektronischen Bereich werden mit sensiblen Klangfarben verschachtelt. Dazu verschmilzt der Komponist Tangenten aus anderen Musikbereichen zu einem homogenen Klanggefüge. Elemente aus dem Alternativen und der Neoklassik sind hier ganz vorne zu finden, über allem thront diese einzigartige Dimension aus tiefer Melancholie, welche sich durch das komplette Album zieht. Einige Stücke wurden mit Gesang ausgestattet, der sich nahtlos in die fragile Atmosphäre integriert. Protagonist ist in vielen Fällen die Gitarre, welche mit nostalgischen Facetten ein Bild voller Sehnsucht und Romantik erschafft. Jedes der Stücke hat sein eigenes Universum, seine eigene Persönlichkeit, an der uns Illuminine teilhaben lässt. Vor allem der expressionistische Grad wirkt sehr bodenständig, dennoch sind die Klangstrukturen sehr melodisch und eingängig gehalten. Viele Titel füllen das Herz und die Seele mit einer magischen Note, grenznah an der Kategorie zeitlose Musikkunst.

Der Reichtum an Emotionen und melancholischen Ebenen ist sehr stark ausgerichtet auf dem neuen Album. Klanglandschaften aus einem Universum, wo Sehnsucht und Ästhetik eine einzige Linie bilden, finden sich auf den insgesamt 11 Titeln wieder. Immersive Gefühlswelten ragen tief mit dem Stück „
Minerals“ in die hinterste Ecke vom Herzen. Auch dank dem wundervollen Gesang von Silke Janssens. Als würde die Zeit einfach stillstehen, beschreibt der Song eine Klangästhetik, zerbrechlich und zeitlos. Wie das letzte Blatt am Baum, das nun endlich den Weg zum Boden finden kann. Langsam, bedächtig und mit poetischer Eleganz gleitet es im leichten Wind nach unten, um sich zu mit viel Gefühl zu vereinen. Solche lyrischen Momente hat man auf „#4“ genug, unter anderem auch im Titeln wie „Eunoia's Theme“, „Echo, At Last“ oder „Dualism #4“. Doch faktisch muss man keinen der Stücke explizit hervorheben. Das Album erzählt seine eigene Geschichte voller meditativen Augenblicken, wie der Klang von Schneeflocken, die majestätisch sicher bald vom Himmel gleiten.

Leicht zu ziehen fällt auch das Fazit: Das neue Album „#4“ von Illuminine ist cineastische Musik mit dem Hang, seine Gedanken nachzugehen. Kevin Imbrechts schöpft bei der Kreation aus Klang und Gefühl aus einem unermesslichen Pool von Kreativität und Einfallsreichtum. Ein Aspekt, der auch auf dem neuen Werk stark zum Ausdruck gebracht wird und die Reihe würdig fortsetzt. Es erscheint diese Woche am 20. Oktober 2023 über das neu gegründete Label Blue Marble Records aus Hamburg. Auf "#4" kommt einfach alles zusammen – Herz, Seele und Klangverständnis eines sehr talentierten Komponisten. Es erhält eine Empfehlung vom Musikmagazin.

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Kevin Imbrechts ist Illuminine, Meister der Melancholie (Foto: Desiree Rousseau)

Links zu Illuminine:

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#4 -Songliste/Dauer:

01.Eunoia's Theme 03:09
02. Catch The Night In Marble 03:27
03. Echo, At Last 05:39
04. Before Any Sound 03:25
05. Nemesis 03:40
06. Minerals 04:44

07. Why, Wander 04:11
08. Prelude 01:01
09. Ellipse 02:33
10. Carry On 02:41
11. Dualisms #4 05:51
(gesamt:40 min.)


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