Klanglandschaften
  • Home
  • Vorstellungen
    • Jan-Dirk Platek-2024
    • Ellie Wilson
    • Lucy Clearwater
    • Garreth Brooke
    • Snorri Hallgrímsson
  • Reviews
  • Rubriken+Support
    • Jahresrückblick 2023
    • Belka&Strelka
    • Jahresrückblick 2022
    • Jahresrückblick 2021
    • Jahresrückblick 2020
    • Jahresrückblick 2019
    • Jahresrückblick 2018
    • PresseKit - Ein Leitfaden
    • WÆNDE – der Blick in die Vergangenheit.
    • Q3Ambientfest
    • Bekanntheit-Leitfaden
    • Bandsupport
  • Philosophie
    • Essay moderne Klassik
  • Impressum

aktuelle Reviews

Luca Longobardi - 1751 (2022)

20/9/2022

0 Comments

 
Bild
Klassisch und doch Modern.
Seit sehr vielen Jahren begleitet der italienische Komponist Luca Longobardi das Musikmagazin mit seinen herausragenden und atmosphärischen Werken. Man hat immer das Gefühl, die Musik aus der Feder des Italieners ist manchmal wie von einer anderen Welt. Sehr geprägt hat er das Musikfeld der modernen Klassik, dabei zeigt er den Hörer oft immer eine äußerst, expressionistische Seite. Sehr experimentierfreudig mit der Musik ist Luca Longobardi, verlässt dabei nie den melancholischen Rand in seinen Stücken. Mit dem neuen Werk „1751“ schlägt der Italiener nun ein neues Kapitel in seiner Musikgeschichte auf, in dem er zu den Wurzeln der klassischen Musik zurückgeht, aber auch große Schritte in die Moderne geht.


Vorstellen muss man einen Luca Longobardi auf diesen Seiten sicher nicht mehr. Schon damals kristallisierte sich das einzigartige Musikverständnis vom Italiener heraus, der immer eine bodenständige Portion Melancholie in vielen seiner Werke integriert. Mit dem Album „Segments“ aus dem letzten Jahr hat man schon hören können, wie er moderne Nuancen mit klassischen Elementen zu einem homogenen und ästhetischen Klangteppich formen kann. Sein neues Werk agiert auch nach einem Konzept, welches der Komponist im Jahre 2017 begann – die Erforschung zur barocken Kompositionspraxis. Das Studium der Musik ist ein breit gefächerter kognitiver Weg, der durch Interpretationen, Neuinterpretationen und Manipulationen der Regeln die Ausdruckskanons des 17. Jahrhunderts untersucht. Denn mit dem Tod des berühmten, deutschen Komponisten Johann Sebastian Bach im Juli 1750 endet nicht nur die Barockzeit, sondern auch die Polyfonie selbst. Longobardi hat daher dieser Epoche, wie auch der Gegenwart mit „1751“ ein weiteres, akustisches Denkmal gesetzt.

Eine Reise in die Vergangenheit und Zukunft


Man kann sich fragen, was hätte eine musikalische Größe wie J. Sebastian Bach gedacht, würde er heute „1751“ hören? Mit Sicherheit hätte es ihm gefallen, den Luca Longobardi präsentiert sein neues Werk nicht nur als akustischen Spiegel im modernen Gewand, sondern fängt auch die Nostalgie und die Aura des damaligen Jahrhunderts nahezu perfekt ein. Das Album ist eine Mischung aus klassischen Stücken in Sonatenform am Klavier und sphärischen Klanglandschaften der Elektronik. Modulare Effekte formen eingängige Blüten und sind emotional aufgestellt, die Klangsynthese auf dem Synthesizer formen in den Strukturen eine dynamische Resonanz, inklusive vielschichtiger Programmierung. Hinzu kommt dieser doch recht typische Faden an Melancholie vom Italiener, welche als akustische Bindung zum Hörer agiert. Das andere Bild auf „1751“ ist die pure Essenz der klassischen Musik, formvollendet am Klavier und in zwei Stücken durch das fabelhafte Spiel mit der Violine von Laura Masotto noch einmal besonders zum Ausdruck gebracht. Man muss dabei anmerken, dass „1751“ nicht einfach nur Neuinterpretationen der damaligen Komponisten wie Scarlatti sind, sondern Longobardi hat einen sehr progressiven Teil an Expressionismus einfließen lassen. Mit dem Ziel, die Originalkompositionen stilistisch zu unterstützen, die sich stattdessen ausschließlich in elektronischem Experimentieren und Sounddesign bewegen.

So wirkt „1751“ mit seinen insgesamt 11 Stücken wie eine Reise in die Vergangenheit und Zukunft, immer abwechselnd ist das Album aufgebaut, dies präsentiert das Album fast als große instrumentale Suite, ein einzelner Akt, abgetrennt jeweils durch Elektronik und Klassik. Ein paar Titel fallen dabei besonders auf, da sie mit ihrer Eingängigkeit und Ästhetik glänzen. Da wäre das anmutige und gefühlsbetonte „Mutazione #1“ ein wahres Juwel der Klangimprovisation mit romantischem Unterton. Bedächtiger erklingt „The Long Walk“ mit wabernden und emotionalen Texturen, während „Rain - Seconda Mutazione“ das ganze, exorbitante Musikverständnis vom Italiener aufweist. Der Titelsong „1751 (Corale)“ verschmilzt ein wenig beide Seiten der Medaille, die auf dem Album vorherrschen. Ein sehr sphärisches Stück mit leicht, orchestralen Zügen beendet Luca Longobardi seine Reise in das 17. Jahrhundert mit einem würdigen Schlussakkord seines neuen Albums.

Lobenswert, und das ist keine Selbstverständlichkeit, ist die gesamte Spiellänge. Denn die ist mit fast einer Stunde sehr üppig ausgefallen für ein Album in diesem Musikbereich. Genug Zeit bleibt da, einzutauchen in eine Klangästhetik der besonderen Art, denn Luca Longobardi hat sehr viel Herzblut in den Arrangements gesteckt. Es mag nicht jedermanns Geschmack sein, denn diese hoch-melancholischen Klavierspiele, für die man den Komponisten in sein Herz geschlossen hat, wird man hier vergeblich suchen, doch „1751“ ist mehr als eine akustische Zeitmaschine anzusehen. Quasi zurück in die Zukunft. Release ist diese Woche, der 23. September 2022.

Bild
Ein wahrer Virtuose in seimem Musikbereich - Luca Longobardi.

Links zu Luca Longobardi:

  • Facebook
  • Instagram
  • Twitter
  • Soundcloud

1751 - Songliste/Dauer (gekürzt):

1. Aura 06:35
2. Annunciazione 05:24
3. Mutazione #1 08:27
4. Sonata in Mi Maggiore K380 03:57
5. Notes (Studio sul Pedale) 04:14
6.
Sonata in Re minore K1 01:40

7. The Long Walk 07:39
8. Sonata in Mi Maggiore K612 03:53
9. Rain 07:54
10. Aria (à la manière de Scarlatti) 01:57
11. 1751 (Corale) 03:06
(gesamt: 52:48)


0 Comments



Leave a Reply.

    RSS-Feed


    Labels

    Alle
    Ambient
    Indie Rock
    Indie-Rock
    Neoklassik
    Post Rock
    Progressive
    Shoegaze
    Singer/Songwriter
    Specials
    Unter Dem Radar



    "Die Musik ist die Sprache der Leidenschaft."

    Autor:

    André Schönauer


    Archiv

    Februar 2024
    Januar 2024
    Dezember 2023
    November 2023
    Oktober 2023
    September 2023
    August 2023
    Juli 2023
    Juni 2023
    Mai 2023
    April 2023
    März 2023
    Februar 2023
    Januar 2023
    Dezember 2022
    November 2022
    Oktober 2022
    September 2022
    August 2022
    Juli 2022
    Juni 2022
    Mai 2022
    April 2022
    März 2022
    Februar 2022
    Januar 2022
    Dezember 2021
    November 2021
    Oktober 2021
    September 2021
    August 2021
    Juni 2021
    Mai 2021
    April 2021
    März 2021
    Februar 2021
    Januar 2021
    Dezember 2020
    November 2020
    Oktober 2020
    September 2020
    August 2020
    Juli 2020
    Juni 2020
    Mai 2020
    April 2020
    März 2020
    Februar 2020
    Januar 2020
    Dezember 2019
    November 2019
    Oktober 2019
    September 2019
    August 2019
    Juli 2019
    Juni 2019
    Mai 2019
    April 2019
    März 2019
    Februar 2019
    Januar 2019
    Dezember 2018
    November 2018
    Oktober 2018
    September 2018
    August 2018
    Juli 2018
    Juni 2018
    Mai 2018
    April 2018
    März 2018
    Februar 2018
    Januar 2018
    Dezember 2017
    November 2017
    Oktober 2017
    September 2017
    August 2017
    Juli 2017
    Juni 2017
    Mai 2017
    April 2017
    März 2017
    Februar 2017
    Januar 2017
    Dezember 2016
    November 2016
    Oktober 2016

    Bild
    Hier geht es zur alten Seite von Gezeitenstrom auf Blogger.com

Powered by Create your own unique website with customizable templates.
  • Home
  • Vorstellungen
    • Jan-Dirk Platek-2024
    • Ellie Wilson
    • Lucy Clearwater
    • Garreth Brooke
    • Snorri Hallgrímsson
  • Reviews
  • Rubriken+Support
    • Jahresrückblick 2023
    • Belka&Strelka
    • Jahresrückblick 2022
    • Jahresrückblick 2021
    • Jahresrückblick 2020
    • Jahresrückblick 2019
    • Jahresrückblick 2018
    • PresseKit - Ein Leitfaden
    • WÆNDE – der Blick in die Vergangenheit.
    • Q3Ambientfest
    • Bekanntheit-Leitfaden
    • Bandsupport
  • Philosophie
    • Essay moderne Klassik
  • Impressum