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Lai delle Nubi - Tuēri (2019)

6/3/2019

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Debütalbum mit enormen Potenzial
Auch der Post-Rock fängt langsam an sich warmzulaufen für das neue Jahr. Das letzte Jahr war für das Musikgenre ein durchaus herausragendes, mit doch schon richtungsweisenden Veröffentlichungen. Vielleicht wird dieses Jahr genauso spannend, den Anfang macht dazu ein italienisches Quartett mit dem Namen Lai delle Nubi. Vor ein paar Wochen erschien das Debütalbum „Tuēri“, das schon ordentliches Potenzial erkennen lässt. Lai delle Nubi stehen zwar erst am Anfang einer möglichen Karriere, den Post-Rock den die Vier zelebrieren, ist auf jedem Fall empfehlenswert.


Lai delle Nubi kommen aus der Hauptstadt Rom. Inspiriert ist der Name durch ein Naturwunder, ebenso eine lyrische Erzählung, die sich oft mit Abenteuern und Romantik beschäftigt. Die ersten akustischen Eindrücke der vier gab es 2017 in Singleformat mit dem Titel „Voci per un neon“. Schon da wurde nicht nur die nationale Musikszene aufmerksam auf die Italiener, die im letzten Jahr damit begonnen hatten, am aktuellen Album zu schreiben. Dass Italiener bekannt dafür sein dürften, temperamentvoll und romantisch gleichermaßen veranlagt sind, schlägt sich definitiv auf dem Album Tuēri nieder. Der Begriff Tuēri ist ein Ort. Ein sicherer Raum, in dem wir uns um unsere Erfahrungen und Emotionen kümmern.

Moderner Post-Rock, der seine Hörerschaft nicht lange suchen muss


Kommen wir aber nun zum Post-Rock der vier Männer aus Italien, der einen mit den ersten Akkorden und Melodiebögen sofort sympathisch ist. Lai delle Nubi verweben im gleichen Maße Impulsivität und melancholische Aspekte auf ihrem Album auf einer Ebene, die sofort zündet. Das Quartett zelebriert einen modernen Post-Rock, der seine Hörerschaft nicht lange suchen muss. Auffällig sind die dichten Klangstrukturen, die originell verwebt werden zu einem dynamischen Klangteppich. Man mag zwar einige Parallelen zu Post-Größen ausfindig machen, trotzdem beinhaltet der Stil der Vier genug Eigenständigkeit. Tendenziell stechen die typischen Gitarrenarrangements aus dem Post-Rock Bereich heraus, allerdings weiß die Band damit auch geschickt zu experimentieren. Die Musik ist verträumt und emotionell gestaltet aber auch verständlich gehalten, durchzogen von energischer und impulsiver Dichte.

Vor allem die Dynamik aus Tempo und Aggressivität ist beeindruckend. Mal ruhig und verträumt erklingen die atmosphärischen Klanglandschaften, um in wuchtige Explosionen zu mutieren. Selbst der melodische Grad ist exorbitant ausgefallen, Lai delle Nubi gelingt es den Hörer mitzureißen. Live dürfte das nochmal um einige Grade gesteigert werden. Das liegt auf ein gut ausgewogenes Zusammenspiel aller Instrumente, zwar geben die Gitarrenbögen den Takt vor, doch Schlagzeug und Bass sind ebenfalls gleichwertig gesetzt. Natürlich glänzen die Gitarreneffekte in bester Post-Rock Umgebung, doch das Album hat mit seinem ätherischen Anstrich weitaus mehr zu bieten.

Ernst zu nehmende Konkurrenz zu etablieren Größen


Insgesamt 6 Stücke in Überlänge, hat das Album zu bieten, wo die Formation die Zeit hat, sich voll und ganz entfalten zu dürfen. Paradebeispiele für modernen Post-Rock bilden die tragenden Säulen auf dem Werk mit „Voci Per Un Neon“, „Melancholia“ und „Oceani E Vulcani“. Was die Vier mit „Emma“ abgeliefert haben, ist einfach schwer in Worte zu fassen. Die gedankenverlorenen und atmosphärischen Klanglandschaften bescheren den Zuhörer Schübe und Wellen an Gänsehaut. Gitarrenarrangements, welche sich in das Musikherz bohren, und einem nicht mehr loszulassen. Die Intension in diesem Song ist besonders zu spüren mit seinem vielschichtigen Post-Rock Attributen.

Auch wenn im Genre des Post-Rocks dichtes Gedränge an musikalischen Talenten gibt, darf man Lai delle Nubi schon als ernst zu nehmende Konkurrenz zu etablieren Größen im Post-Genre ansehen. Das Debüt sollte richtungsweisend sein für die Band, der Grundstein dafür steht mit dem Debüt auf ein sehr festes Fundament. Die Vier stehen erst am Anfang einer Karriere, ein paar Stufen ist man definitiv mit dem Debüt nach oben geklettert. Freunde, die atmosphärischen Post-Rock vieles abgewinnen können, werden in jeder Hinsicht auf ihre Kosten kommen mit Tuēri.

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Lai delle Nubi - Andrea “Reds” Rossi, Max Napoli, Andrea “Bodz” Bozio & Stefano Mosena.

Links zu Lai delle Nubi:

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  • Label: MiaCameretta Records

Tuēri - Songliste / Dauer:

1. Ouverture 08:16
2. Oceani e Vulcani 08:32
3. Emma 08:38

4. Melancholia 10:22
5. Voci per un Neon 06:56
6. Terapia B-29 07:35
(gesamt: 50:22 min.)


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