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Unter dem Radar: Kalenderwoche 50 (2018)

17/12/2018

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In der Rubrik „Unter dem Radar“ verweisen wir rückblickend auf talentierte Bands/Künstler, die wir mit ein paar Zeilen eine Bühne bieten. Das Potenzial von manchen Künstlern auf unserer Welt ist einfach zu vielfältig, um nicht näher darauf einzugehen. In unseren Augen gibt es da draußen viel zu viele aufgehende Sterne am Himmel der Musik. Da es zeitlich nicht immer möglich ist auf Einzelne einzugehen, wird dieser Aspekt mit der neuen Rubrik abgerundet.

Kalenderwoche 50 mit: Lil Ulmann, Umber, Macrima & Borderlvnd.

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Lil Ulmann – Moments in Time“ EP (neoklassik)
Den Beginn der Kategorie macht Lil Ulmann, eine wirklich herausragende und talentierte Komponistin aus Berlin. Ihr bevorzugtes Instrument ist nicht wie gewohnt das Klavier, sondern die Violine. Seit ihrem Studium am Königlichen Konservatorium in Brüssel hat sie eine einzigartige Musiksprache entwickelt, die sich auf eine breite Palette von Stilen stützt, von zeitgenössischen Klassikern, Rock, Jazz und Folk bis hin zum Ambient. Ihre Höreindrücke kann man mit der EP „Moments in Time“ sammeln. Fünf diverse Musikstücke von unterschiedlicher Ästhetik und Eleganz. Bei dem das Wort „moderne Klassik“ durchaus neu definiert werden kann. Im Zusammenspiel mit klavierbasierten Klangstrukturen zaubert die Dame romantisch, melancholische Klanglandschaften auf die Leinwand, dass man sich darin verlieren kann. Wer beispielsweise Stücke wie „Snowflakes“ oder „Dune“ mit geschlossenen Augen aufsaugt, der wird mit cineastischen Sehnsucht konfrontiert. Einfühlend und nachhallend.
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Umber - This Earth To Another (ambient)
Freunde der verträumten Ambientklängen werden mit dem neuen Album von Umber sehr glücklich werden. Umber ist das Soloprojekt des Multi-Instrumentalisten Alex Steward aus Leicestershire, der schon über 10 Jahren die Musikgemeinschaften mit anmutigen Kompositionen beglückt. Auch wenn This Earth To Another erst das zweite Album ist, so hat der Engländer in dutzenden anderem Projekten und mit Musikern zusammen mitgewirkt. Stilistisch bewegt sich das Album in gewohnte Gewässer in diesem Musikbereich. Sphärische Synthie-Klänge, elektronische Kollagen und marginale Post-Rock und hohe Effekt Dichte zieren den Glanz vom neuen Album. Teils fragile Romantik auf einem sehr hohen Niveau darf man daher mit dem zweiten Album vom Engländer erwarten und wird bei seiner Länge auch nicht enttäuscht werden. Ohne langatmig und eintönig zu werden, die Interpretation von modernen Klanglandschaften, die durchaus manchmal in die Nostalgie abdriften, entführen den Hörer in versunkene Dimensionen. Stücke wie „It Just Fills The Hollow Spaces“ sind prädestiniert, als audiovisuelle Untermalung in so manchen Filmen den akustischen Rahmen zu spannen.
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MACRIMA – Macrima’s Christmas (neoklassik)
Erwähnenswert ist auch das neue Album von Maria Träg-Engerer, oder in der Musikwelt bekannt unter dem Pseudonym Macrima. Maria ist leidenschaftliche Komponistin und Pianistin, in regelmäßigen Abständen dürfen Freunde von Klaviersonaten unter anderem auf Soundcloud ihre Werke bestaunen. Kurz vor Weihnachten veröffentlicht die Nürnbergerin ihr neues Album „Macrima’s Christmas“, um die besinnliche Zeit einen akustischen Unterstrich zu verleihen. Sehr gelungen ist daher die ästhetische Mischung aus neoklassischen Akzenten und emotionalen Klavierbögen. Bezaubernde und hochromanische Augenblicke, die ganz selten mit einem schwermütigen Touch abgleiten, sind die tragenden Säulen auf dem Album. Auf expressionistischer Weise erklingen die emotionalen Klangfarben, strahlen mal heller oder seichter, um ein malerisches Gesamtkonzept zu hinterlassen und verströmt an vielen Stellen eine tiefe Verwurzelung zu klassischen Ursprüngen. Umrahmt mit in einem weihnachtlichen Ambiente. Das Spiel auf dem Klavier ist immer gefühlsbetont, die Liebesbeziehung von Künstler und Instrument schwingt in jeder Note mit. Wie der Tanz der Kerzen am Weihnachtsbaum, die mit jedem Luftzug sich ästhetisch wiegen oder der Klang der Schneeflocke, die unbeschwert zu Boden gleitet.
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BORDERLVND – S/T EP (post-rock)
Auch im Post-Rock Sektor gibt es Neues zu entdecken, wie beispielsweise mit der Formation BORDERLVND aus Australien. Kenner wissen, dass der Post-Rock aus dieser Ecke in der Welt immer für Aufsehen sorgt, besitzt er doch größtenteils ein Alleinstellungsmerkmal. Die Formation besteht aus Connor Verner-Oakley (Awaken I Am) & Marcus Parente (The Comfort). Beide fanden sich zusammen, um ihre Interpretation von modernen Post-Klängen Ausdruck zu verleihen. Letzte Woche erschien die selbst betitelte EP und dürfte einen weiteren Grundstein für eine mögliche Karriere legen. Post-Rock, durchdrängt mit ätherischen und komplexen Klanglandschaften aus dem Ambient, dass ist die große Leidenschaft und Ambition der Band, das merkt man mit fortlaufender Dauer des Werkes auch an. Wie wenn sich die Wellen glätten und die Sonnenstrahlen sich wieder durch dunkle Wolken kämpfen, so in etwa sind die traumhaften Klangbilder zu umschreiben, wenn Songs wie „Hollow Soul“ einen gefangen nehmen mit ihrem Charme. Alles, was man braucht, um einzutauchen in diese ausdrucksvolle Atmosphäre, bringt die EP mit den 5 Songs von selbst mit.
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