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Himmelsrandt - Allusionen (2021)

2/12/2021

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Der Klang vom Winter.
Schneeflocken tanzen leise vom Himmel, die Sonne ist seit Tagen hinter dichten Wolken verschwunden. Felder und Straßen sind vom Schnee bedeckt, der Winter läutet das Ende vom Jahr auf seine ganz persönliche Weise ein. Musikfreunde, die dafür eine passende Untermalung der Akustik suchen, werden diese Woche mit dem neuen Album von Himmelsrandt „Allusionen“ eine Perle im Genre der modernen Klassik finden. Das Werk formuliert die Wintermelancholie auf eine Art und Weise mit klassischen Instrumenten, die bestimmte Assoziation beim Hörer erzeugt. Diese werden ganz sicher einzigartig sein, wenn man das Album in sich aufsaugt.


Mit dem Thema rund um das Meer hat der deutsche Komponist Peter Honsalek letztes Jahr ein Album erschaffen, welches hier im Magazin in die Kategorie ‚Musikalische Referenz der modernen Klassik 2020‘ aufgenommen wurde. „Meerland“ war inszeniert wie das Meer und seine Gegebenheiten. Die endlosen Weiten ruhiger See, majestätisch und erhaben, aber auch die stürmische und wuchtige Seite wurden auf dem Werk akustisch eingefangen. Der Koblenzer ist auf einem direkten Weg, zu einer wahren Größe im Bereich der klassischen Musik aufzusteigen. Denn „Allusionen“ wird den Aspekt noch weiter zementieren, weil das Album wie der Vorgänger eine Stimmung einfängt, die mit sehr viel Gefühl und Musikverständnis komponiert wurde. Dabei auch noch auf ein Instrument zurückgreift, dessen Ursprünge im Jahre 1930 zu finden ist.

Sehr gefühlvoll und mit etwas Nostalgie behaftet


Wahrlich faszinierend ist die akustische Diversität auf „Allusionen“ und wie diese eine
Magie verbreitet. Die Protagonisten bestehen aus Klavier und Bratsche, die in einzelnen Titel auch als Sonatenform agieren, in anderen ein homogenen Klanggefüge formen. Hinzu kommt der Einsatz vom Trautonium, welches den elektronischen Klangrahmen bildet, der Vorläufer der heutigen Synthesizer. Sehr gefühlvoll und mit etwas Nostalgie behaftet erklingen daher die Klangblüten auf dem Album. Selbst eine marginale Geräuschkulisse wurde passend eingearbeitet, bei dem man den kalten Wind schon beim Zuhören auf seine eigene Haut spürt. Das Tempo und der Charakter vom Album sind variabel und dynamisch umgesetzt, hinzu fügt der Komponist einen Geschmack an melancholischen Facetten hinzu. Wie der Klang von Schnee, der majestätisch zu Boden gleitet, erklingen die Stücke auf dem Werk, immer mit einem poetischen Unterton und lyrischer Raffinesse.

Dass in „Allusionen“ eine gewisse Seele liegt, die Peter Honsalek sehr gefühlvoll verwebt hat, kann man an einigen Titeln sehr deutlich heraushören, da sie eine zeitlose Ästhetik in sich tragen. Herausragen davon beispielsweise die Titel „Schnee“, mit einem feinfühligen Spiel auf dem Klavier als Unterstreichung der Akzente. Mit Fokus auf eine romantisch-melancholische Grundstimmung wird man sehr von einer akustischen Landschaft aus Schnee und weißen Wäldern umarmt. Etwas expressionistischer erklingt „Rauhreif“, mit einer sehr leichten, jazzigen Tangente. Freunde von Streicher-Arrangements werden bei den Allusionen- Stücken abgeholt. Die beiden Titel „Einklang“ und „Ausklang“ sind prädestiniert, in weltweiten Playlisten integriert zu werden, dank wirklich beeindruckender Kompositionen. Denn hier verschmelzen die elektronischen Nuancen vom Trautonium mit einem sehr empfindsamen Klavierspiel. Die Arithmetik aus Interpretation und Artikulation auf dem Instrument sind hier wirklich sehr emotional aufgestellt.

Der Albumtitel „Allusionen“ ist daher auch sehr passend gewählt. Mit der Prämisse rund um die Winterjahreszeit kann der Hörer ab der ersten Sekunde sich in die akustischen Welten verlieren, welches das Album zu bieten hat. Angesiedelt zwischen Welten der Neo-Klassik, Minimal und Ambient, allerdings auf einer sehr expressionistischen Weise. Jedenfalls gehen die Strukturen und Klangfarben direkt in das Ohr und bleiben da sehr lange, um in die eigene Welt der Gedanken und Gefühle auf eine positive Art einzugreifen. Eine perfekte Fortsetzung zum letzten Werk „Meerland“. Release ist der Freitag, 3. Dezember 2021 über Time Released Sound.

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Peter Honsalek hat Bratsche und Klavier studiert und ist der Kopf hinter Himmelsrandt.

Links zu Himmelsrandt:

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Himmelsrandt · 09 - Himmelsrandt - Ausklang

Allusionen - Songliste/Dauer:

01. Einklang 08:14
02. Allusion I -Mit Ruhe 03:02
03. Schnee 04:29
04. Allusion II - Rasch 03:18
05. Rauhreif 03:56

06. Allusion II - Schleppend zäh 04:41
07. Nachtfrost 03:32
08. Allusion IV - Mit Wut 02:38
09. Ausklang 06:29
(gesamt: 40:22)


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