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Ben Woods - Passing Intervals (2017)

24/10/2017

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Unveröffentlichte Perlen
Ben Woods musikalische Werke gehen schon tief in das Herz, mit der großen Dynamik an emotionalen Momenten. Anfang 2017 haben wir das Album „A World without Colour“ hier näher vorgestellt, ein letzter Abschiedsgruß an einem Familienmitglied, welches unerwartet gestorben ist. Ben Woods ist ein Ausnahmekünstler, ein Komponist, der sehr gefühlsbetonte Musik am Klavier verarbeiten kann. Einblicke liefert das neue Werk „Passing Intervals“ - eine Zusammenfassung nicht veröffentlichter Titel der letzten 4 Jahre.


Auf sich aufmerksam machte der Engländer bereits 2013 mit seinem Werk „An Attempt to Fly“. Schon damals haben wir den Komponisten mit seiner melancholischen Seele in unser Herz geschlossen. Wer sich ein wenig mit der Musik beschäftigt hat, der weiß, was Passing Intervals für ein kulinarisches Fest für die Ohren bereithält. Wie der Vorgänger beinhalten die Stücke hoch romantische Momente im neoklassischem Gewand. Das Album lebt förmlich von den instrumentalisierten Facetten aus Klavier und wundervoll, arrangierte Landschaften aus dem Ambient.

Herzergreifende Poesie und neoklassische Faszination


Die tragenden Wogen aus Klassik und dem Ambient vermitteln daher pure Emotionen, welche fragil, elegant und mit charmanter Melancholie erklingen. Man merkt förmlich, dass das Klavier für den Künstler Ben Woods der pure Ausdruck von Gefühl und Gedanken ist und bleibt. Melodische Blüten werden auf sehr emotionale Art zum Erblühen gebracht. Traurig klingend, nicht selten regelrecht trist, aber dann auch wieder melodisch, und auf jeden Fall immer sehr emotional und ergreifend, im Gegensatz zur unterkühlten, bedrückenden Distanz herkömmlicher Kammermusik am Klavier.

Vor allem die klug integrierten Spiele am Synthesizer verströmen ein Bild von magischer Entfaltung, wie beispielsweise in den Stücken „Time“ und „Always“. Ben Woods macht es an diesen Songs auch sehr deutlich - Er lässt den Hörer innehalten, ohne sich dem Stillstand hinzugeben mit vielschichtigen Arrangements und gefühlvollen Texturen. Zwar steht selbstredend das Klavier oft im absoluten Mittelpunkt, trotzdem werden die dynamischen und komplexen Notenmuster mit elektronischer Finesse hin und wieder hervorgehoben, zu einem traumhaften Klangerlebnis. Parade dafür stehen Stücke wie „Today“ oder „Talk“. Der letzte Song „Our End“ ist eine typische Ben Woods Komposition aus herzergreifender Poesie und neoklassischer Faszination.

Eigentlich müsste die Musik von Ben Woods ihre eigene Kategorie bekommen. „Ästhetische & Akustische Melancholie“ käme dem sehr nahe. Passing Intervals mag zwar eine Sammlung unveröffentlichte Stücke sein, trotzdem ist man froh, diese überhaupt hören zu dürfen, denn es sind wahre Perlen im neoklassischem Genre. Diese darf man sogar kostenlos bekommen, denn Ben Woods bewirbt sein aktuelles Werk unter der Rubrik „pay what you want“ auf Bandcamp. Der ideale Soundtrack für verregnete und triste Wochenenden im Spätherbst.
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Hat eine hochmelancholische Seele: Ben Woods aus Bournemouth, UK

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